Verwendung der Treiberfehler-Kompensation

  • Live Versionen: ab Live 9.2 
  • Betriebssysteme: Alle

Hintergrund

In Lives Audio-Einstellungen wird die globale Latenz von der Soundkarte oder dem Audio-Interface in Abhängigkeit von der Größe des Audiopuffers und der gewählten Samplerate angezeigt. Wenn während der Audio-Aufnahme der Monitor der Aufnahmespur auf "Aus" gestellt ist, wird das aufgenommene Audio um die in der globalen Latenz angezeigte Zeit versetzt, so dass es korrekt ausgerichtet ist. Bestimmte Audio-Interfaces zeigen jedoch eine ungenaue Latenz an, was zu zeitlich falsch liegenden Audioaufnahmen führen kann. Mit der Treiberfehler-Kompensation kannst Du diese ungenauen Latenzen kompensieren.

Wichtig:

  • Obwohl die globale Latenz bei der Anpassung der Treiberfehler-Kompensation neu berechnet wird, reduziert sich die tatsächliche Gesamt-Latenz in Live für die Wiedergabe nicht (sondern nur für die Aufnahme)
  • Sie wird nur dann notwendig, wenn Du ein Audio-Interface hast, das die Latenz nicht korrekt an Live kommuniziert
  • Du musst sie auch nur dann verwenden, wenn Du Audio von einer externen Quelle aus aufnimmst
  • Sie funktioniert nur, wenn Monitor auf "Off" gestellt ist

In unserem Artikel Reduzierung der Latenz findest Du Tipps, wie Du eine hohe Latenz in Live senken kannst.

Driver_Error_Compensation.png

Hinweise zu verschiedenen Audio-Interfaces:

 

Audio-Interfaces mit eigenem Core Audio- oder ASIO-Treiber

Interfaces, die im Native-Modus laufen, zeigen genaue Latenzwerte, wodurch die Treiberfehler-Kompensation in diesem Fall nicht notwendig ist.

Hinweis: Bestimmte Geräte bieten sowohl Native Modi als auch Class Compliant Modi an. Wir empfehlen, die Geräte im Native Mode zu verwenden.

Class-compliant Audio Interfaces

Interfaces, die class compliant sind (sprich den systemeigenen Treiber verwenden), liefern ungenaue Latenzwerte. Daher sollte die Treiberfehler-Kompensation in diesem Fall verwendet werden.

Eingebaute Soundkarten

Rechnerinterne Soundkarten liefern ungenaue Latenzwerte (sowohl Mac als auch Windows). Darüber hinaus erhöht sich der Latenzwert auch noch, wenn Du die Puffergröße verstellst. Diese beiden Gründe sprechen daher absolut für die Verwendung der Treiberfehler-Kompensation.

So stellst Du die Treiberfehler-Kompensation ein

In Live findest Du einen Kurs inklusive eines speziell kalibrierten Sets zur Einstellung der Treiberfehler-Kompensation. Du benötigst dafür ein Kabel und ein Audio Interface, das mindestens einen physikalischen Ein- und Ausgang hat. Den Kurs findest Du hier:

Hilfe > Hilfe-Ansicht > Alle Live-Kurse > Treiberfehler-Kompensation

Achte dabei auf folgende Punkte:

  1. Der Wert der Treiberfehler-Kompensation kann positiv oder negativ sein, je nachdem, welcher Versatz benötigt wird
  2. Der Wert der Treiberfehler-Kompensation stimmt nur für die während des Testens verwendete Puffergröße und Sample Rate. Wenn sich einer dieser beiden Werte ändert, muss sie neu berechnet und angepasst werden.
  3. Wenn die Treiberfehler-Kompensation entweder auf einen extremen Wert gestellt ist oder gar nicht benötigt wird, kann es zu Problemen bei der Wiedergabe kommen.

Weiter Informationen zum Thema Latenz: